ÜGK 2024

Der gesamte nationale Erstbericht der ÜGK 2024: Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr findet sich ab dem 21.05. hier.
Informationen zu den technischen und konzeptionellen Berichten finden sich unter «Erstberichterstattung zur ÜGK 2024» weiter unten.
2011 haben die kantonalen Erziehungsdirektorinnen und Erziehungsdirektoren nationale Bildungsziele für vier Fachbereiche freigegeben (EDK, 2011a, 2011b, 2011c, 2011d) und damit eine wichtige Grundlage für die Umsetzung des Verfassungsauftrages zur Harmonisierung der Bildungsziele gemäss Art. 62 Absatz 4 der Bundesverfassung geschaffen.
Die nationalen Bildungsziele definieren Mindeststandards (Grundkompetenzen), die Schülerinnen und Schüler in der Schulsprache, in den Fremdsprachen, in der Mathematik und in den Naturwissenschaften bis zu einer bestimmten Schulstufe erreicht haben sollen. Für die Schulsprache, Mathematik und Naturwissenschaften wurden Grundkompetenzen definiert, die bis Ende des 4., 8. und 11. Schuljahres (nach HarmoS) der obligatorischen Schule zu erreichen sind. Da der Fremdsprachenunterricht in der Regel erst nach dem 4. Schuljahr beginnt, wurden in den Fremdsprachen Grundkompetenzen definiert, die bis zum Ende des 8. und 11. Schuljahres zu erreichen sind. (Seiler et al., 2026).
EDK. (2011a). Grundkompetenzen für die Fremdsprachen. Nationale Bildungsstandards. Frei gegeben von der EDK-Plenarversammlung am 16. Juni 2011. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/96780
EDK. (2011b). Grundkompetenzen für die Mathematik. Nationale Bildungsstandards. Frei gegeben von der EDK-Plenarversammlung am 16. Juni 2011. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/96784
EDK. (2011c). Grundkompetenzen für die Naturwissenschaften. Nationale Bildungsstandards. Frei gegeben von der EDK-Plenarversammlung am 16. Juni 2011. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/96787
EDK. (2011d). Grundkompetenzen für die Schulsprache. Nationale Bildungsstandards. Frei gegeben von der EDK-Plenarversammlung am 16. Juni 2011. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/96791
Seiler, S., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). Nationaler Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr: ein Beitrag zum Schweizer Bildungsmonitoring. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90929
Mit der Entwicklung gemeinsamer Bildungsziele und darauf aufbauender sprachregionaler Lehrpläne kamen die Kantone dem Auftrag der Harmonisierung der Ziele der Bildungsstufen gemäss Art. 62. Abs. 4 nach (Kosta HarmoS, 2022). Auf dieser Grundlage war auch in der Schweiz die Einführung einer Überprüfung der Bildungsziele – und damit der ÜGK – möglich. Die ÜGK erweitert damit das nationale Bildungsmonitoring um ein Large-Scale-Assessment auf nationaler Ebene mit nationalen Instrumenten und erfolgt im Rahmen des nationalen Bildungsmonitorings. Dabei wird schweizweit anhand standardisierter, computerbasierter Tests untersucht, inwieweit die Grundkompetenzen auf bestimmten Schulstufen erreicht werden. Die standardisierten Kompetenztests der ÜGK erlauben es sowohl schweizweit als auch getrennt für jeden Kanton zu bestimmen, zu welchem Anteil die Schülerinnen und Schüler die nationalen Bildungsziele (Grundkompetenzen) erreichen. Diese Ergebnisse lassen sich als Indikator für die Leistungsfähigkeit der kantonalen Bildungssysteme interpretieren. (Seiler et al., 2026).
Mit der ÜGK 2024 endet eine erste Phase der nationalen Large-Scale-Assessments in der Schweiz. Auf der Basis einer Gesamtschau (Kosta HarmoS, 2022) hat die EDK 2023 beschlossen, die Überprüfung der Bildungsziele längerfristig anzulegen und im Sinne eines «Monitoring der Grundkompetenzen» zu verstetigen (EDK, 2023). Gemäss diesem Beschluss sollen Schülerinnen und Schüler aus derselben Kohorte jeweils im 8. und 11. Schuljahr HarmoS in Mathematik, der Schulsprache und den Fremdsprachen getestet werden. Beginnend mit dem Jahr 2028 soll alle vier Jahre eine neue solche Kohorte untersucht werden. Damit sollen sowohl Kompetenzentwicklungen innerhalb einer Kohorte als auch Trends über Kohorten hinweg besser untersucht werden können.
Kosta HarmoS. (2022). Gesamtschau zur Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK). Bericht des Koordinationsstabs für die Umsetzung der Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule (Kosta HarmoS). 23. November 2022. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK).
EDK. (2023). Monitoring der Grundkompetenzen; Festlegung der Eckwerte: Verabschiedung Plenarversammlung vom 27. Oktober 2023. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/232925
Seiler, S., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). Nationaler Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr: ein Beitrag zum Schweizer Bildungsmonitoring. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90929
Mit der ÜGK 2024 wurde das Erreichen der Grundkompetenzen in den Fachbereichen Schulsprache (Deutsch, Französisch und Italienisch) und Mathematik im 4. Schuljahr HarmoS anhand standardisierter, tabletbasierter Kompetenztests überprüft. (Seiler et al., 2026)
Die Haupterhebung erfolgte vom 22. April bis zum 7. Juni 2024.
Es beteiligten sich 24 Kantone mit einer ihre Population adäquat abbildenden Stichprobe von Schülerinnen und Schülern im 8. Schuljahr HarmoS. (Bollmann, 2026)
Seiler, S., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). Nationaler Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr: ein Beitrag zum Schweizer Bildungsmonitoring. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90929
Bollmann, S. S. (2026). Stichprobendesign, Gewichtung und Varianzschätzung. ÜGK / VECOF / COFO 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Technischer Bericht. Institut für Erziehungswissenschaft (IFE), Universität Zürich (UZH). https://doi.org/10.48620/90937
Die Zielpopulation der ÜGK 2024 umfasste sämtliche Schülerinnen und Schüler im 4. Schuljahr HarmoS, die an einer öffentlichen oder privaten Schule, nach einem Schweizer Lehrplan in einer der drei Sprachen Deutsch, Französisch oder Italienisch unterrichtet wurden. Landesweit umfasste die Zielpopulation etwa 88’000 Schülerinnen und Schüler aus knapp 5’000 Schulen. Nach Ausschluss (für Details zu Ausschlussgründen siehe Bollmann, 2026) von Schulen, Schülerinnen und Schülern betrug der ÜGK-Populationsumfang schweizweit 82’374. Die Gesamtzahl der Testsitzungen wurde auf maximal 1’400 begrenzt, bei einer angestrebten Gesamtstichprobengrösse von mindestens 20’000 Schülerinnen und Schülern. Die realisierte Stichprobengrösse betrug 19’883 Schülerinnen und Schüler aus 1’153 Schulen, bei einer landesweiten Ausschöpfungsquote von 95.7 Prozent. Je nach Grösse des Kantons wurden unterschiedliche Stichprobenverfahren eingesetzt (siehe Bollmann, 2026).
Bollmann, S. S. (2026). Stichprobendesign, Gewichtung und Varianzschätzung. ÜGK / VECOF / COFO 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Technischer Bericht. Institut für Erziehungswissenschaft (IFE), Universität Zürich (UZH). https://doi.org/10.48620/90937
Bei der ÜGK H4 wurden drei unterschiedliche Stichprobenverfahren angewandt (Bollmann, 2026):
Einstufiges Stichprobenverfahren (AI, AR, GL, GR_i, OW, UR): Das heisst, dass alle Schulen, die eine 4. Klasse führen, zur Teilnahme aufgeboten wurden, innerhalb dieser Schulen jedoch ein bestimmter Anteil der Schülerinnen und Schüler gezogen wurde.
Zweistufiges Stichprobenverfahren (AG, BE_d, BL, FR_f, GE, GR_d, LU, SG, SO, TG, TI, VD, VS_f und ZH): Das bedeutet, dass nicht sämtliche Schulen dieser Kantone kontaktiert wurden, sondern in einem ersten Schritt ein Stichprobenverfahren zur Ziehung von Schulen zum Einsatz kam.
Gemischtes Design (BE_f, BS, FR_d, JU, NE, SH, SZ und VS_d). Diese Kantone stellten Spezialfälle dar, weil es sich hierbei um Kantone mit eher kleinen Schülerinnen-/Schülerpopulationen handelt, aufgrund der Verteilung der Schulgrössen jedoch bei Anwendung eines reinen einstufigen Stichprobenverfahrens eine unverhältnismässig hohe Anzahl an Testsitzungen zustande gekommen wäre. Innerhalb eines Kantons wurden die Schulen also je nach Schulgrösse zunächst in drei Strata aufgeteilt. Während in dem Stratum mit den grössten Schulen sämtliche Schulen mit einer variierenden Anzahl Schülerinnen und Schüler an der ÜGK teilnahmen, wurde in den Strata der vergleichsweisen kleinen Schulen eine Stichprobenziehung auf Schulebene angewendet.
Bollmann, S. S. (2026). Stichprobendesign, Gewichtung und Varianzschätzung. ÜGK / VECOF / COFO 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Technischer Bericht. Institut für Erziehungswissenschaft (IFE), Universität Zürich (UZH). https://doi.org/10.48620/90937
Mit der ÜGK 2024 wurde im 4. Schuljahr HarmoS das Erreichen der Grundkompetenzen in den Fachbereichen Schulsprache (Deutsch, Französisch oder Italienisch) und Mathematik anhand standardisierter, tabletbasierter Kompetenztests überprüft. Die Tests umfassen dabei jeweils einen Ausschnitt aus den nationalen Bildungszielen für den jeweiligen Fachbereich (EDK, 2011b, 2011d).
Sowohl in der Schulsprache als auch in Mathematik wurden in den drei verschiedenen Testsprachen dieselben, übersetzten Aufgaben eingesetzt. Im Fachbereich Schulsprache wurden die Kompetenzbereiche Hören und Lesen überprüft. Im Kompetenzbereich Hören wurde auf das Textverstehen in monologischen und dialogischen Situationen fokussiert. Die Themen stammten aus der Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler. Im Kompetenzbereich Lesen wurde das Verstehen einerseits von Sätzen und andererseits von kleinen Texten überprüft, wobei die Themen ebenfalls nahe an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler waren. Zusätzlich zu den Tests zum Hören und Lesen wurde ein Test zur Leseflüssigkeit durchgeführt, dessen Ergebnisse jedoch nicht im Rahmen der Ergebnisberichterstattung publiziert werden. Im Fachbereich Mathematik sind die Grundkompetenzen den Kompetenzbereichen Zahl und Variable sowie Form und Raum zugeordnet, wobei jeweils fünf Handlungsaspekte in den Fokus gestellt wurden (Angelone, 2026).
Angelone, D. (Hrsg.). (2026). Testentwicklung und Skalierung. ÜGK / VECOF / COFO 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Technischer Bericht. Geschäftsstelle der Aufgabendatenbank EDK (ADB). https://doi.org/10.48620/90933
EDK. (2011b). Grundkompetenzen für die Mathematik. Nationale Bildungsstandards. Frei gegeben von der EDK-Plenarversammlung am 16. Juni 2011. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/96784
EDK. (2011d). Grundkompetenzen für die Schulsprache. Nationale Bildungsstandards. Frei gegeben von der EDK-Plenarversammlung am 16. Juni 2011. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). https://edudoc.ch/record/96791
Seiler, S., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). Nationaler Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr: ein Beitrag zum Schweizer Bildungsmonitoring. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90929
Um das anvisierte Ziel der systematischen, wissenschaftlich gestützten und auf Dauer angelegten Beschaffung, Aufbereitung und Auswertung von Informationen über das schweizerische Bildungssystem und dessen Umfeld der ÜGK zu erreichen, wurde im Rahmen der Erhebung von Grundkompetenzen unmittelbar anschliessend an die Kompetenztests ebenfalls auf dem Tablet eine 30-minütige Fragebogenbefragung durchgeführt. Um dem Alter der Schülerinnen und Schüler des 4. Schuljahres HarmoS Rechnung zu tragen, wurden sie mit Audiohilfen durch den Fragebogen geführt (Herzing & Erzinger, 2026).
Zusätzlich zum Fragebogen für Schülerinnen und Schüler wurde ein Elternfragebogen eingesetzt, um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu kontextualisieren und Daten für weitere Forschung im Familien- und Schulkontext, insbesondere im Bereich der Digitalisierung, zu generieren. (Herzing & Erzinger, 2026).
Herzing, J. M. E., & Erzinger, A. B. (Hrsg.). (2026). Kontextfragebogen für Schülerinnen und Schüler und ihre Erziehungsberechtigten: Theoretische Einordnung. ÜGK / COFO / VECOF 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Konzeptioneller Bericht. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90940
Die Planung und Durchführung übernahmen in den drei Schweizer Sprachregionen jeweils regionale Durchführungszentren. Diese stellten während der Planung der Erhebung, aber auch bei der Durchführung der Testsitzungen national standardisierte Prozesse sicher.
Die Schülerinnen und Schüler lösten Tests in der Schulsprache sowie in Mathematik auf Tablets. Das Equipment wurde von Testadministrierenden mit in die Schule gebracht, die darüber hinaus die Testsituation beaufsichtigten. Die Testsitzung umfasste vier Testteile (Leseverstehen, Hörverstehen, Mathematik und Leseflüssigkeit, jeweils 3-30 min.) sowie einen Schülerfragebogen (30 min.). Die gesamte Testsitzung dauerte 2 Stunden und 41 Minuten (inklusive mehrerer Pausen) (Arnold et al., 2026).
Arnold, E., Denecker, C., Locher, F., & Mazzoni, P. (2026). Study Implementation. ÜGK / COFO / VECOF 2024, School Language and Mathematics Grade 4. Technical Report. St. Gallen University of Teacher Education (PHSG), Educational Research Service (SRED), Centre for Innovation and Research on Education Systems (CIRSE, DFA/ASP, SUPSI). https://doi.org/10.48620/90943
Schweizweit erreichen insgesamt 87 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen (GK) im Kompetenzbereich Hören, wobei die Anteile in den Kantonen zwischen 80 und 95 Prozent variieren. Die Grundkompetenzen im Kompetenzbereich Lesen erreichen schweizweit 79 % (Variation zwischen den Kantonen: 70 bis 87 %) und im Fachbereich Mathematik 76 % der Schülerinnen und Schüler (Variation zwischen den Kantonen: 88 bis 68 %).
Weiter werden im nationalen Erstbericht die Anteile von Schülerinnen und Schülern, welche die Grundkompetenzen in den einzelnen Kompetenzbereichen erreichen, nach individuellen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler beschrieben. Anders als in vorangehenden ÜGK-Erhebungen zeigen sich nur geringe oder praktisch wenig bedeutsame Geschlechterunterschiede in den untersuchten Kompetenzbereichen der Schulsprache und der Mathematik. Die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler jedoch steht bereits in diesem Alter in einem systematischen Zusammenhang mit dem Erreichen der Grundkompetenzen: Die Ergebnisse zeigen, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler, welche die Grundkompetenzen erreichen, bei privilegierterer sozialer Herkunft grösser ist. Zwischen allen benachbarten Vierteln der sozialen Herkunft bestehen in allen getesteten Kompetenzbereichen statistisch signifikante Unterschiede. Insbesondere erreichen Schülerinnen und Schüler im untersten Viertel die Grundkompetenzen deutlich seltener als jene im obersten Viertel der sozialen Herkunft. Der Unterschied beträgt 23 Prozentpunkte im Hören in der Schulsprache, 22 Prozentpunkte im Lesen in der Schulsprache und 27 Prozentpunkte in der Mathematik.
Unterschiede im Erreichen der Grundkompetenzen nach der zu Hause gesprochenen Sprache der Schülerinnen und Schüler sind bei statistischer Kontrolle des Geschlechts, der sozialen Herkunft und des Migrationshintergrunds in allen drei Kompetenzbereichen feststellbar. Die grössten – und auch statistisch signifikanten – Unterschiede zeigen sich dabei im Kompetenzbereich Hören in der Schulsprache zwischen Schülerinnen und Schülern, die zu Hause ausschliesslich die Schulsprache sprechen, und solchen, die zu Hause ausschliesslich eine andere Sprache als die Schulsprache sprechen, wobei letztere die Grundkompetenzen deutlich weniger oft erreichen. Zwischen der Gruppe, die zu Hause ausschliesslich die Schulsprache spricht, und derjenigen, die zusätzlich mindestens eine andere Sprache spricht, ist nur im Kompetenzbereich Hören in der Schulsprache ein statistisch signifikanter Unterschied feststellbar; in Bezug auf das Lesen in der Schulsprache und die Mathematik unterscheiden sich diese beiden Gruppen nicht.
Mit Blick auf den Migrationshintergrund der Schülerinnen und Schüler treten bei statistischer Kontrolle des Geschlechts, der sozialen Herkunft und der zu Hause gesprochenen Sprache die grössten – und auch statistisch signifikanten – Unterschiede im Kompetenzbereich Hören in der Schulsprache auf, wobei vor allem Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund der ersten Generation im Vergleich zu solchen ohne Migrationshintergrund die Grundkompetenzen weniger oft erreichen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle drei Merkmale – soziale Herkunft, zu Hause gesprochene Sprache und Migrationshintergrund –jeweils in einem deutlichen Zusammenhang mit dem Erreichen der Grundkompetenzen stehen.
In der Realität treten solche Merkmale – und ihre Auswirkungen auf das schulische Lernen und Leben – jedoch selten isoliert auf. Vielmehr wirken soziale, sprachliche und migrationsbezogene Bedingungen häufig gemeinsam, sind teilweise eng miteinander verknüpft und können sich in ihren Auswirkungen auf die schulischen Leistungen gegenseitig verstärken oder abschwächen (vgl. Suárez-Orozco et al., 2015).
Alle drei Merkmale – soziale Herkunft, zu Hause gesprochene Sprache und Migrationshintergrund – stehen jeweils in einem deutlichen Zusammenhang mit dem Erreichen der Grundkompetenzen, auch wenn die jeweils anderen Merkmale gleich bleiben. Die grössten Unterschiede zeigen sich bei der sozialen Herkunft, gefolgt von der Sprache zu Hause und dem Migrationshintergrund. Zusätzlich werden Wechselwirkungen sichtbar: Unterschiede in Bezug auf Sprache zu Hause und Migrationshintergrund sind in sozial begünstigten Gruppen deutlich geringer, während sie in benachteiligten Gruppen teilweise besonders stark ausfallen. Dort führen zusätzliche Risikofaktoren – wie eine zu Hause nicht gesprochene Schulsprache oder ein Migrationshintergrund – zu besonders grossen Leistungseinbussen. In privilegierten Gruppen hingegen sind die Unterschiede zwischen den Kombinationen der Merkmale vergleichsweise gering. Damit wird deutlich: Die Unterschiede entstehen nicht nur durch einzelne Merkmale, sondern auch durch deren Zusammenspiel – und dieses wirkt sich vor allem in den unteren sozialen Herkunftsgruppen besonders stark aus.
Der gesamte nationale Erstbericht der ÜGK 2024: Schulsprache und Mathematik 8. Schuljahr kann hier heruntergeladen werden.
Suárez-Orozco, C., Abo-Zena, M. M., & Marks, A. K. (Hrsg.). (2015). Transitions: The Development of Children of Immigrants. NYU Press. https://nyupress.org/9780814770177/transitions/
Die Erstberichterstattung besteht aus einem nationalen Ergebnisbericht sowie folgenden im Rahmen der Erstberichterstattung veröffentlichten Dokumentationen und technischen Berichten:
Seiler, S., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). Nationaler Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr: ein Beitrag zum Schweizer Bildungsmonitoring. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90929
Der nationale Ergebnisbericht zur ÜGK 2024 umfasst die Ergebnisse zum Erreichen der Grundkompetenzen in der Schulsprache und in der Mathematik. Diese werden zusätzlich nach individuellen Merkmalen (Geschlecht, soziale Herkunft, zu Hause gesprochene Sprache(n) und Migrationshintergrund) differenziert berichtet. Abschliessend werden zentrale Ergebnisse der ÜGK 2024 diskutiert und Perspektiven in Bezug auf die Erforschung und Optimierung des Schweizer Bildungssystems aufgezeigt. Im Anhang werden die Ergebnisse aller an der ÜGK 2024 beteiligten Kantone bzw. Kantonsteile in kantonalen Porträts abgebildet.
Bollmann, S. S. (2026). Stichprobendesign, Gewichtung und Varianzschätzung. ÜGK / VECOF / COFO 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Technischer Bericht. Institut für Erziehungswissenschaft (IFE), Universität Zürich (UZH). https://doi.org/10.48620/90937
Der technische Bericht Stichprobendesign, Gewichtung und Varianzschätzung liefert detaillierte Informationen zum Design der Stichprobenziehung. Er beschreibt die Zielpopulation, das Vorgehen bei der Auswahl der Schul- und Schülerstichprobe sowie die Stichprobenziehung und dokumentiert die Erstellung der Stichproben- und Nonresponsegewichte. Darüber hinaus liefert der Bericht Informationen zur Berechnung der Stichprobenvarianz. Die Funktion dieses Berichts besteht darin, die Stichprobenziehung sowie die Gewichte und deren Verwendung zu dokumentieren.
Angelone, D. (Hrsg.). (2026). Testentwicklung und Skalierung. ÜGK / VECOF / COFO 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Technischer Bericht. Geschäftsstelle der Aufgabendatenbank EDK (ADB). https://doi.org/10.48620/90933
Der technische Bericht Testentwicklung und Skalierung liefert umfassende Informationen über den Prozess der Entwicklung, Validierung und Implementierung der Testinstrumente. Er beschreibt die Schritte der Testkonstruktion, einschliesslich der Auswahl der Testaufgaben. Ausserdem erklärt er die Methoden der Skalierung, die zur Auswertung der Testergebnisse verwendet werden, und geht auf die psychometrischen Eigenschaften der Tests ein. Der Bericht soll Transparenz über die Qualität der Testaufgaben schaffen und das Testverfahren dokumentieren.
Herzing, J. M. E., & Erzinger, A. B. (Hrsg.). (2026). Kontextfragebogen für Schülerinnen und Schüler und ihre Erziehungsberechtigten: Theoretische Einordnung. ÜGK / COFO / VECOF 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr. Konzeptioneller Bericht. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90940
Der konzeptionelle Bericht Kontextfragebogen für Schülerinnen und Schüler und ihre Erziehungsberechtigten: Theoretische Einordnung bietet eine detaillierte Beschreibung der theoretischen und empirischen Grundlagen der in den Fragebogen verwendeten Konstrukte. Er soll allen Interessierten und den Nutzerinnen und Nutzern des Datensatzes ein tieferes Verständnis für die bei der ÜGK 2024 im Rahmen der Fragebogen für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Erziehungsberechtigten eingesetzten Messinstrumente vermitteln.
Arnold, E., Denecker, C., Locher, F., & Mazzoni, P. (2026). Study Implementation. ÜGK / COFO / VECOF 2024, School Language and Mathematics Grade 4. Technical Report. St. Gallen University of Teacher Education (PHSG), Educational Research Service (SRED), Centre for Innovation and Research on Education Systems (CIRSE, DFA/ASP, SUPSI). https://doi.org/10.48620/90943
Der technische Bericht Study Implementation enthält detaillierte Informationen zur praktischen Durchführung der Untersuchung. Er beschreibt die Schritte der Umsetzung, einschliesslich der Organisation und Durchführung der Datenerhebung in den Schulen durch Testadministratorinnen und Testadministratoren. Der Bericht soll Transparenz über den gesamten Implementierungsprozess schaffen und die Qualitätssicherung bei der Durchführung der Studie dokumentieren.
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Erstberichterstattung endet auch das Embargo auf den ÜGK-Daten. Der Datensatz steht Forschenden als sogenanntes Scientific Use File (SUF) auf SWISSUbase (Projektnummer 20926) zur Verfügung.
Neben weiterer Datendokumentation (z. B. Codebook oder Screenshots aller Fragen der Kontextfragebögen) wird dieser Datensatz von einem Data Manual begleitet.
Das Data Manual (Uslu & Seiler, 2026) enthält eine durch Verweise auf weiterführende Dokumentationen ergänzte Zusammenfassung der Datenerhebung sowie detaillierte Informationen zur Struktur des Datensatzes, zur Datenaufbereitung und Hinweise, die bei der Datenanalyse beachtet werden sollten. Die Beschreibung der Datenaufbereitung umfasst grundlegende Schritte der Datenbereinigung, Konventionen zur Benennung und Rekodierung von Variablen sowie Beschreibungen generierter Konstrukte (z. B. soziale Herkunft). Ziel des Data Manuals ist es, die Nachvollziehbarkeit der Datenaufbereitung sicherzustellen und für die Nutzenden des Datensatzes umfassende Informationen für den Umgang mit den Daten bereitzustellen. Das Data Manual umfasst daher auch Beschreibungen und Definitionen der Variablen, die im Erstbericht für die Analysen verwendet werden, und bietet eine Starthilfe sowohl für eigenständige Analysen anderer Forschender als auch für das Reproduzieren der Resultate in diesem Bericht.
Seiler, S., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). Nationaler Bericht zu der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2024, Schulsprache und Mathematik 4. Schuljahr: ein Beitrag zum Schweizer Bildungsmonitoring. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), Universität Bern. https://doi.org/10.48620/90929
Uslu, S., & Seiler, S. (Hrsg.). (2026). Data Manual. ÜGK / COFO / VECOF 2024, School Language and Mathematics Grade 4. Data Documentation. Interfaculty Centre for Educational Research (ICER), University of Bern. https://doi.org/10.48620/90942
Wir möchten uns bedanken…
bei allen Schülerinnen und Schülern, welche sich auf das Abenteuer ÜGK eingelassen haben und während den Erhebungen ihr Bestes gegeben haben.
bei ihren Eltern und Erziehungsberechtigten für ihr Vertrauen und das Ausfüllen des Elternfragebogens.
bei allen involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schulen, welche im Vorfeld und während den Erhebungen zahlreiche Aufgaben erfüllt haben und damit zentrale Wegbereiterinnen und Wegbegleiter für ein gutes Gelingen der Studie waren.
bei allen involvierten Institutionen, Behörden und Kantonen für ihr Engagement im Zusammenhang mit der Realisierung und Weiterentwicklung der ÜGK sowie dem Bestreben, den Wissenstransfer und die wissenschaftliche Einbindung der Ergebnisse zu ermöglichen.
bei allen Forschenden, welche die Daten für wissenschaftliche Analysen weiterverwenden und damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Bildungssystems leisten.
bei allen interessierten Personen, welche sich mit dieser spannenden Thematik auseinandersetzen.
Die gute Zusammenarbeit dieser Personen ist von grosser Bedeutung für das Gelingen der Studie. Dadurch wird sichergestellt, dass die für die Schweiz gesammelten Daten von höchster Qualität sind. Wir danken Ihnen!
Die Aufgaben- und Testentwicklung, die Schwellenwertsetzung sowie die Aufbereitung der Testdaten erfolgte unter Leitung der Geschäftsstelle der Aufgabendatenbank der EDK (ADB) in Zusammenarbeit mit Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern der jeweiligen Sprachen aus allen Sprachregionen sowie mit Psychometrikerinnen und Psychmetrikern. Sie vertreten folgende Institutionen: Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG, wissenschaftliche Leitung), PH Luzern (PHLU), PH Zürich (PHZH), Universität Genf (UniGE), Institut de recherche et de documentation pédagogique (IRDP), HEP Vaud (HEPL), Dipartimento formazione e apprendimento / Alta scuola pedagogica (DFA/ASP) Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI), Dipartimento dell’educazione, della cultura e dello sport (DECS).
Für die Planung und Organisation der Erhebungen sowie die Datenaufbereitung, die Erstberichterstattung und die Publikation der Daten war die Projektleitung ÜGK zuständig: Interfaculty Centre for Educational Research (ICER) der Universität Bern, Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Zürich, Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG), Service de la recherche en éducation (SRED), Centro di innovazione e ricerca sui sistemi educativi (CIRSE,DFA/ASP,SUPSI).
Die Erhebungen wurden von sprachregionalen Durchführungszentren koordiniert: in der deutschsprachigen Schweiz von der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG), in der französischsprachigen Schweiz vom Service de la recherche en éducation (SRED) und in der italienischsprachigen Schweiz von dem Centro di innovazione e ricerca sui sistemi educativi (CIRSE,DFA/ASP,SUPSI). Unterstützt wurden die Durchführungszentren durch die kantonalen ÜGK-Referenzpersonen.
Sämtliche erhobenen Daten werden streng vertraulich behandelt und unterliegen dem Schweizer Datenschutzgesetz. Die Antworten auf die Testaufgaben und den Fragebogen werden mit denen aller anderen Studienteilnehmer und Studienteilnehmerinnen zusammengeführt und statistisch ausgewertet. Die Daten lassen keinerlei Rückschlüsse auf einzelne Schülerinnen, Schüler, Eltern oder Schulen zu und keine dieser Akteure erhalten Rückmeldungen zu den Leistungen und Angaben. Die gesammelten Daten werden bei SWISSUbase, einem nationalen Forschungsdatendienst für Archivierung, Veröffentlichung und Verbreitung von Forschungs- und Metadaten (www.swissubase.ch) pseudonymisiert und archiviert. Die Daten werden für weitere Forschungszwecke an die zuständigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übergeben. Dabei ist die Datensicherheit von zentraler Bedeutung.
